Sicherheit für ÖBB-Personal: Minister Hanke beauftragt Prüfung einer Ausweitung des Alkoholkonsumverbots an Großbahnhöfen Mobilitätsminister besuchte Zugbegleiter:innen und Sicherheitsteam am Hauptbahnhof Wien – Deeskalationstraining und Zehn-Punkte-Plan zeigen Wirkung
Bundesminister Peter Hanke hat sich heute am Wiener Hauptbahnhof ein Bild von der Sicherheitsarbeit der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gemacht und dabei mit Zugbegleiter:innen, Sicherheitsmitarbeiter:innen sowie den Verantwortlichen für Sicherheit im Konzern gesprochen. Im Mittelpunkt stand der Schutz jener Mitarbeiter:innen, die täglich für die Mobilität in Österreich sorgen. Um eben diesen Schutz zu verstärken, beauftragte Minister Hanke die ÖBB, die Ausweitung des Alkoholkonsumationsverbots an frequenzstarken Bahnhöfen zu prüfen.
„Die Menschen, die bei den ÖBB arbeiten, ermöglichen die Mobilität von uns allen. Sie haben Anspruch auf einen Arbeitsplatz, an dem sie sich sicher fühlen. Jeder einzelne Übergriff auf eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter der ÖBB ist einer zu viel", betont Minister Peter Hanke.
Klarere Regeln reduzieren Diskussionen und schaffen mehr Handhabe
Rund jede sechste sicherheitsrelevante Meldung an den ÖBB-Bahnhöfen steht im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Die aktuelle Hausordnung untersagt „übermäßigen" Alkoholkonsum. An insgesamt neun Bahnhöfen gilt ein Alkoholkonsumationsverbot für den gesamten Bahnhofsbereich. Zuletzt wurde am Wiener Westbahnhof eine solche Regelung eingeführt, die Rückmeldungen der Mitarbeiter:innen vor Ort sind laut ÖBB sehr positiv.
Für Minister Hanke sprechen zwei Gründe für ein Alkoholkonsumationsverbot an Bahnhöfen mit hoher Frequenz an denen sich der überwiegende Teil der sicherheitsrelevanten Vorfälle ereignet: Erstens der Schutz der Mitarbeiter:innen, die im Einsatz klare Regeln statt Auslegungsfragen brauchen. Zweitens der Anspruch, dass Bahnhöfe Orte der Begegnung bleiben, an denen sich alle Menschen wohlfühlen – ob Pendler:innen auf dem Weg zur Arbeit oder Familien auf dem Weg in den Urlaub.
Minister Peter Hanke beauftragte die ÖBB daher, eine Ausweitung des Alkoholkonsumationsverbots an Großbahnhöfen zu prüfen.
„Wir müssen den Mitarbeiter:innen klare, eindeutige Regeln in die Hand geben, auf die sie sich verlassen können. Regeln, die im Ernstfall rasches und sicheres Handeln ermöglichen, statt Diskussionen über Auslegungsfragen", erklärt der Minister. Ziel sei mehr Handlungssicherheit für das Personal und weniger Eskalationspotenzial im täglichen Einsatz.
Zehn-Punkte-Plan wird konsequent umgesetzt
Auch der aktuelle Umsetzungsstand des Zehn-Punkte-Plans, den ÖBB, BMIMI, BMI, die Sozialpartner und weitere Stakeholder gemeinsam erarbeitet haben, wurde im Rahmen des Besuches besprochen. Zu den zentralen Maßnahmen zählen eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Polizei, der flächendeckende Einsatz von Bodycams, eine einheitliche Erfassung von Gewaltvorfällen sowie eine verstärkte personelle Präsenz an neuralgischen Punkten. Der Plan bildet den gemeinsamen Rahmen für Prävention, Gefahrenfrüherkennung und rasche Intervention bei Gewaltvorfällen.
Für Peter Hanke ist klar: „Die konsequente Umsetzung des Zehn-Punkte-Plans ist ein wesentlicher Baustein, um Übergriffe auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verhindern und ihre Sicherheit nachhaltig zu erhöhen. Die bisherigen Fortschritte zeigen, dass die gesetzten Maßnahmen greifen. Gleichzeitig ist klar: Beim Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen wir nicht nachlassen. Ich erwarte daher von allen Verantwortlichen, dass wir diesen Weg mit derselben Konsequenz und Entschlossenheit weitergehen.“
Prävention: Deeskalationstraining als Grundpfeiler
Rund 1.700 Zugbegleiter:innen der ÖBB durchlaufen jährlich ein ganztägiges Deeskalationstraining, das Theorie und praktisches Szenarientraining mit professionellen Darsteller:innen kombiniert.
Ab September werden zusätzlich freiwillige Selbstverteidigungskurse angeboten. Auch die Sicherheitsdienstmitarbeiter:innen durchlaufen mehrere Deeskalationsschulungen. Ziel des Trainings ist es, kritische Situationen im Kundenkontakt bereits im Vorfeld zu entschärfen.