Erneuerbare Kraftstoffe und Energieträger im Verkehrssektor in Österreich 2024
Nach der Österreichischen Kraftstoffverordnung 2012 bestand in Österreich für das Berichtsjahr 2024 die Verpflichtung, die Treibhausgasemissionen um 7 % zu vermindern und – bezogen auf den Energiegehalt – zumindest einen Anteil von 3,4 % der in den Verkehr gebrachten fossilen Ottokraftstoffe und zumindest 6,3 % der fossilen Dieselkraftstoffe durch erneuerbare Energie zu substituieren. Beide Teilziele ergeben rechnerisch ein gesamtes Substitutionsziel von 5,68 %.
Im Jahr 2024 wurde in Österreich gegenüber dem Referenzwert eine Emissionsminderung von 7,5 % erzielt, was einer Übererfüllung des Ziels um 0,5 % entspricht. 6,4 % entfallen dabei auf Einsparungen durch Biokraftstoffe, 1,1 % auf Einsparungen durch Strom für den Betrieb von E-Fahrzeugen. 2024 kam es zu einer deutlichen Steigerung bei der Substitution fossiler Kraftstoffe durch Erneuerbare. Insgesamt wurden rund 9,2 % der fossilen Kraftstoffe durch biogene Kraftstoffe und Strom substituiert, die Substitutionshöhe hat sich somit im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel erhöht.
Im Vergleich zu 2023 gab es 2024 das dritte Jahr in Folge eine Abnahme bei der Menge aller in Verkehr gebrachten Kraftstoffen von insgesamt 1,4 % (-4 % bei Dieselkraftstoffen +1,7 % bei Ottokraftstoffen). Die größte Veränderung zum Jahr 2023 war wie auch schon im Vergleich zwischen den beiden Jahren 2022 und 2023 der sehr starke Anstieg in der Verwendung von Hydriertem Pflanzenöl (HVO) um 135 % auf insgesamt rund 157.000 Tonnen. Beim Einsatz von Biodiesel gab es bedingt durch die Abnahme des gesamten Dieselverbrauchs eine geringere Biodieselmenge die beigemischt wurde. Dem gegenüber kam es zu einer Steigerung bei der Reinverwendung von Biodiesel (B100). Insgesamt sank die eingesetzte Biodieselmenge um 19 % auf rund 380.000 Tonnen. Die in Verkehr gebrachte Bioethanolmenge hat sich durch die in Verkehr gebrachte höhere Benzinmenge und dem flächendeckenden Einsatz der Sorte mit 10 % Ethanol Beimischung (E10) um 14 % auf rund 158.000 Tonnen erhöht. Die eingesetzte Menge an so genannten fortschrittlichen biogenen Kraftstoffen, die im Wesentlichen aus Abfällen und Reststoffen hergestellt werden, hat sich im Vergleich zum Vorjahr sehr deutliche um 135 % auf rund 130.000 Tonnen erhöht.
Durch das elektronischen Monitoring Systems der UBA GmbH „Elektronischer Nachhaltigkeitsnachweis- elNa“ liegen seit 2013 für Österreich Daten betreffend die Nachhaltigkeit über die verwendeten Rohstoffe der in Österreich produzierten und in Verkehr gebrachten biogenen Kraftstoffen vor. Für die österreichische Biodieselproduktion wurde 2024 annähernd eine ähnliche Rohstoffzusammensetzung wie 2023 eingesetzt, 73 % Altspeiseöl – inklusive tierische Fette und Fettsäuren – sowie 24 % Raps. Der Einsatz von Sojaöl ist weiter gesunken und spielt mit 2,5 % eine untergeordnete Rolle im Rohstoffmix. Wiederum wurde kein Palmöl für die Produktion von Biodiesel in Österreich verwendet.
Zur Produktion von Bioethanol wurden rund 34 % B/C-Stärkeschlamm eingesetzt, was eine leichten Steigerung gegenüber 2023 darstellt, gefolgt von einer im Vergleich zu 2023 etwa gleich hohen Menge an Weizen mit 24 % und einer weiter reduzierten Menge an Mais mit rund 16 %. Daneben wurden noch A-Stärkeschlamm, Braunlauge und Triticale mit einem gemeinsamen Anteil von 26 % eingesetzt.
Der Rohstoffmix der in Österreich in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe stellt sich hingegen unterschiedlich dar. Etwas mehr als die Hälfte des in Verkehr gebrachten Biodiesels wurde aus Raps produziert, gefolgt von rund einem Drittel an Abfall- und Reststoff basiertem Biodiesel. Beim in Österreich in Verkehr gebrachtem Ethanol ist der Unterschied der Rohstoffzusammensetzung im Vergleich zu dem in Österreich produzierten Ethanol ebenso deutlich. Der dominierende Rohstoff ist mit etwa der Hälfte Mais, gefolgt von Weizen. Erst danach folgt mit etwas über 10 % der Rohstoff Stärkeschlamm. Abfälle oder Reststoffe als Rohstoff weisen für alle in Verkehr gebrachten Biokraftstoffe insgesamt einen Anteil von 44 % (2023 36 %) auf. Im Vergleich dazu liegt die innerstaatliche Produktion dieser Rohstoffkategorie aktuell bei 61 %.
2024 wurde deutlich mehr erneuerbarer Strom auf die Ziele der Kraftstoffverordnung 2012 zur Anrechnung gebracht, der durch Letztverbraucher:innen nachweislich als Antrieb für elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge im Bundesgebiet eingesetzt wurde. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2024 rund 315.000 MWh an erneuerbarem Strom angerechnet, was im Vergleich zu 2023 einer Steigerung um 26 % entspricht.
- Erneuerbare Kraftstoffe und Energieträger im Verkehrssektor in Österreich 2025 (PDF, 4 MB)
- Erneuerbare Kraftstoffe und Energieträger im Verkehrssektor in Österreich 2024 (PDF, 3 MB)
- Erneuerbare Kraftstoffe und Energieträger im Verkehrssektor in Österreich 2023 (PDF, 2 MB)
- Erneuerbare Kraftstoffe und Energieträger im Verkehrssektor in Österreich 2022 (PDF, 2 MB)
- Biokraftstoffbericht 2021 (PDF, 1 MB)
- Biokraftstoffbericht 2020 (PDF, 1 MB)
- Biokraftstoffbericht 2019 (PDF, 1 MB)
- Biokraftstoffbericht 2018 (PDF, 1 MB)
- Biokraftstoffbericht 2017 (PDF, 2 MB)
- Biokraftstoffbericht 2016 (PDF, 2 MB)
- Biokraftstoffbericht 2015 (PDF, 1 MB)
- Biokraftstoffbericht 2014 (PDF, 823 KB)
- Biokraftstoffbericht 2013 (PDF, 968 KB)