Logistics Data Spaces
Die österreichische Logistikbranche befindet sich inmitten eines fundamentalen digitalen Wandels, der durch die zunehmende Bedeutung von Data Spaces und datengetriebenen Geschäftsmodellen geprägt wird. Die Digitalisierung hat bereits erhebliche Auswirkungen auf die Branche, wie eine Analyse des Bundesministeriums zur Industrie 4.0 und ihren Auswirkungen auf die Transportlogistik zeigt.
Im Kern dieser Transformation steht der Begriff des Data Space (Datenraum) selbst. Ein Data Space ist kein zentraler Datenspeicher, sondern ein föderiertes Ökosystem, das auf definierten Governance-(Regelwerk)-Strukturen, gemeinsamen Standards und vertrauenswürdigen Mechanismen basiert. Er ermöglicht es unabhängigen Teilnehmenden, Daten souverän, sicher und kontrolliert auszutauschen, wobei die Datenhoheit, also die Kontrolle darüber, wer welche Daten unter welchen Bedingungen nutzen darf, stets bei den Dateneigentümern verbleibt. Ein Data-Space-Logistik wendet dieses Prinzip spezifisch auf die Wertschöpfungsketten der Transportwirtschaft an. Er zielt darauf ab, die Akteure der Branche (z. B. Verlader, Spediteure, Infrastrukturbetreiber) interoperabel zu vernetzen, um die Effizienz zu steigern, die grenzüberschreitende Multimodalität zu fördern und neue datengetriebene Dienste, etwa zur CO2-Nachverfolgung oder zur Optimierung von Lieferketten, zu ermöglichen.
Die Entwicklung von Data Spaces in der Logistik ist eingebettet in die übergreifende europäische Datenstrategie, die darauf abzielt, einen einheitlichen europäischen Datenmarkt zu schaffen. Die Europäische Kommission hat 14 strategische Sektoren identifiziert, darunter Mobilität und Industrie, für die gemeinsame europäische Datenräume entwickelt werden sollen.
Die vorliegende Studienpublikation gibt einen Überblick über den rechtlichen Rahmen und aktuelle Entwicklungen im Bereich Logistics Data Spaces.
Tipp
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