Sicheres Fußverkehrsnetz 2025

Auswertung aus der Graphenintegrationsplattform (GIP) zum österreichweiten Fußverkehrsnetz und zur Walkability im Jahr 2025.

Die Auswertung aus der GIP wurde 2026 erstmals für die Analyse des sicheren Fußverkehrsnetzes durchgeführt. Als sichere Fußverkehrsinfrastruktur wurden in der Folge Fußgängerzonen, Wohnstraßen, Begegnungszonen, gemischte Geh- und Radwege, Gehwege und Straßen mit Tempo 20 definiert. Das erstellte Netz stellt eine Momentaufnahme der im GIP abgebildeten sicheren Infrastruktur dar.

Mit der vorliegenden Auswertung im Datenstand 2025 ist das erstmalig ausgewertete sichere Fußverkehrsnetz in Österreich 27.944 Kilometer (km) lang.

Tabelle: sicheres Fußverkehrsnetz nach Bundesländern (Stand GIP 09/2025)
Länge in km Fußgängerzone Wohnstraße Begegnungszone gemeinsamer
Geh- & Radweg
Gehweg ≤ 20 km/h Summe
Burgenland 1 30 2 127 120 15 320
Kärnten 6 20 2 680 554 2 1.301
Niederösterreich 13 106 12 1.810 6.813 33 9.015
Oberösterreich 6 24 4 1.368 3.329 0 4.796
Salzburg 10 10 1 1.045 176 7 1.410
Steiermark 7 2 0 1.325 837 11 2.227
Tirol 12 43 8 531 1.445 11 2.067
Vorarlberg 7 8 8 533 1.220 1 1.848
Wien 13 45 6 137 4.692 4 4.961
Österreich 75 287 43 7.555 19.187 86 27.944

Die Daten zeigen den mit Stand September 2025 in die GIP eingetragenen Elemente. Das bedeutet, dass in der Realität beispielsweise deutlich mehr Gehwege verordnet sein können. Dennoch bieten die dargestellten Werte einen guten Überblick über die Infrastruktur für den Fußverkehr.

Im Zeitverlauf lassen sich Entwicklungen beobachten und Bereiche mit besonderem Potenzial gezielt weiterentwickeln. Die Daten können zudem beispielsweise für detaillierte Analysen von Schulumfeldern herangezogen werden.

Gut erkennbar sind die Stadtregionen Rheintal, Wien, Graz, Zentralraum Oberösterreich und Stadt Salzburg mit einem sehr dichten Radverkehrsnetz. Erkennbar sind auch die – topographische bedingten – Täler im Alpenraum. Weiters ist erkennbar, dass es sich nicht um ein zusammenhängendes Netz handelt und viele Lücken bestehen.
Österreichkarte mit Fußverkehrsnetzen,  Foto: BMIMI

Tempo 30 im Ortsgebiet

Von den rund 87.000 Kilometer Straßennetz im Ortsgebiet haben derzeit rund 10 Prozent (rund 9.100 Kilometer) Tempo 30 (oder weniger). Da aber noch nicht in allen Bundesländern die Höchstgeschwindigkeit in der GIP eingetragen ist, dürfte der Anteil etwas höher sein.

Tabelle: Länge des Straßennetzes mit Tempo 30 nach Freiland und Ortsgebeit (Stand GIP 09/2025)
Bundesland Straße Freiland (km) Tempo 30 Freiland (km) Straße Ortsgebiet (km) Tempo 30 Ortsgebiet (km) Anteil Tempo 30 im Ortsgebiet
Burgenland 16.105 142 4.456 967 22 %
Kärnten 44.537 125 4.317 596 14 %
Niederösterreich 91.275 266 16.935 2.292 14 %
Oberösterreich 48.354 4 21.221 35 0 %
Salzburg 27.566 141 3.958 437 11 %
Steiermark 40.116 114 15.680 1.459 9 %
Tirol 43.994 32 8.692 384 4 %
Vorarlberg 8.797 524 4.684 986 21 %
Wien 17 3 7.209 1.959 27 %
Österreich 320.761 1.351 87.152 9.116 10 %

Walkability Index 2025

Erstmals wurde auch der Walkability-Index für das Fußverkehrsnetz österreichweit berechnet. Dazu wurde der als Open Source verfügbare NetAScore-Index der Universität Salzburg verwendet, wobei ein Indexwert 0 bedeutet, dass Zu-Fuß-Gehen in diesem Abschnitt wenig attraktiv ist, und ein Indexwert 1 hohe Attraktivität für das Gehen ausdrückt.

Zielgerichtete Investitionen

Mit der Analyse des sicheren Fußverkehrsnetzes kann der weitere Ausbau sicherer Infrastruktur gezielt dort erfolgen, wo die größten Potenziale identifiziert wurden. Für Gemeinden ist insbesondere die Einführung von Tempo 30 auf Nebenstraßen eine kostengünstige Möglichkeit, sowohl den Rad- als auch den Fußverkehr zu fördern und gleichzeitig die Verkehrssicherheit für die Bewohnenden zu erhöhen.