Logistikdaten in Gemeinden Eine Dokumentation von Praxiserfahrungen und Anwendungen des Leitfadens „Logistik in Zahlen“ in Gemeinden
Die Gestaltung nachhaltiger und lebenswerter Städte und Gemeinden erfordert eine effiziente und klimaverträgliche Organisation des Güter- und Wirtschaftsverkehrs. Während für den Personenverkehr bereits umfangreiche Datengrundlagen zur Verfügung stehen, fehlen Gemeinden häufig belastbare Informationen über innerörtliche Logistikprozesse. Gleichzeitig gewinnen Themen wie Lieferverkehr, Baustellenlogistik, Entsorgungsverkehre, Klimaschutz, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität zunehmend an Bedeutung. Eine datenbasierte Betrachtung logistischer Aktivitäten bildet daher eine wesentliche Grundlage für fundierte kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse.
Vor diesem Hintergrund wurde 2025 der vorliegende Leitfaden entwickelt. Er unterstützt Gemeinden dabei, vorhandene Logistikdaten systematisch zu erfassen, geeignete Erhebungsmethoden auszuwählen und langfristig eine datenbasierte Sicht auf kommunale Logistik zu etablieren. Diese Publikation dokumentiert erstmals die praktische Anwendung des Leitfadens in österreichischen Gemeinden und zeigt Vorgehensweisen, Erfahrungen sowie Empfehlungen für die Umsetzung auf.
Die Bedeutung kommunaler Logistikdaten spiegelt sich auch in der im Juni 2026 veröffentlichten Logistikstandortstrategie des Bundesministeriums wider. Mehrere der darin formulierten Maßnahmen setzen unmittelbar bei datenbasierten Entscheidungsgrundlagen an, allen voran Maßnahmen im Themenfeld Digitalisierung und Daten. Der Leitfaden „Logistik in Zahlen“ und die vorliegenden Praxiserfahrungen in „Logistikdaten in Gemeinden“ zeigen in diesem Zusammenhang, wie Gemeinden niederschwellig Zugang zu hochwertigen Logistikdaten erhalten und diese für konkrete Planungs- und Entscheidungsprozesse nutzen können.
Pilotanwendungen in Amstetten und Waidhofen an der Ybbs bestätigen die Praxistauglichkeit des Leitfadens und zeigen, dass bereits mit überschaubarem Aufwand wertvolle Erkenntnisse über das lokale Logistikgeschehen gewonnen werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass in den Gemeinden bereits zahlreiche relevante Daten vorhanden sind, diese jedoch bislang nur eingeschränkt unter logistischen Fragestellungen genutzt oder miteinander verknüpft werden. Der Austausch zwischen den Pilotgemeinden und ausgewählten Follower Cities erwies sich dabei als wichtiger Erfolgsfaktor für den Wissenstransfer und die Identifikation weiterer Anwendungsfelder.