Zahlen, Daten, Fakten
Wissenswertes zur automatisierten Mobilität in Österreich
Automatisierte Mobilität stellt eine wesentliche Säule eines zukunftsfähigen Verkehrssystems dar. Sie hat das Potenzial, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, Mobilität effizienter zu gestalten, negative Umweltwirkungen zu reduzieren und neue Lösungen für Personen- und Gütermobilität zu ermöglichen.
Österreich verfügt in diesem Bereich über starke Kompetenzen in Wirtschaft, Forschung, Technologieentwicklung und öffentlicher Verwaltung. Unternehmen, Kompetenzzentren, Forschungseinrichtungen und Infrastrukturbetreiber entwickeln gemeinsam Lösungen, die eine sichere, vernetzte und nachhaltige Nutzung automatisierter Mobilität gewährleisten.
Im Mittelpunkt steht ein verkehrlich sinnvoller Einsatz automatisierter Mobilität. Neue Technologien sollen nicht isoliert betrachtet, sondern als integraler Bestandteil eines Gesamtsystems aus öffentlichem Verkehr, aktiver Mobilität, digitaler Infrastruktur, Mobilitätsdiensten und Verkehrsmanagement verstanden werden. Ziel ist es, automatisierte Mobilität genau dort einzusetzen, wo sie einen klaren Nutzen für Menschen, Klima, Sicherheit und Standort bringt.
Das Bundesministerium unterstützt diesen Zugang durch die Weiterentwicklung geeigneter Rahmenbedingungen, die Förderung von Forschung und Innovation, den Aufbau von Wissen sowie die Vernetzung relevanter Akteur:innen. Von 2016 bis 2026 investierte das Bundesministerium rund 70 Millionen Euro, um eine gute Basis für die Entwicklung und Implementierung automatisierter Mobilitätssysteme in Österreich zu schaffen. Damit soll Österreich als Standort für sichere, nachhaltige und innovative Mobilitätslösungen gestärkt werden.
Schwerpunkte
Die Aktivitäten des Bundesministeriums konzentrieren sich insbesondere auf:
Sicherheit und Vertrauen
Automatisierte Systeme müssen sicher funktionieren und nachvollziehbar eingesetzt werden. Tests, Pilotanwendungen und Forschungsvorhaben liefern wichtige Erkenntnisse für den sicheren Umgang mit neuen Technologien.
Nachhaltigkeit und Mobilitätswende
Automatisierte Mobilität soll zur Klimaneutralität beitragen, den öffentlichen Verkehr ergänzen und zusätzliche Verkehrsbelastungen vermeiden.
Forschung, Innovation und Standortstärkung
Österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen zeichnen sich durch herausragende Expertise in Bereichen wie Sensorik, Simulation, Validierung, Digitalisierung, Infrastruktur und Verkehrsmanagement aus. Diese Stärken sollen weiterentwickelt, sichtbar gemacht und für die Entwicklung neuer Technologien, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungspotenziale genutzt werden. Damit wird Österreich als Wirtschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort im Bereich automatisierter Mobilität gestärkt.
Kooperation und Vernetzung
Die Entwicklung automatisierter Mobilität gelingt nur im Zusammenspiel von öffentlicher Hand, Wirtschaft, Forschung, Infrastrukturbetreibern und Mobilitätsanbieter:innen. Die Strategische Allianz Automatisierte Mobilität Österreich unterstützt diesen kooperativen Ansatz.
Daten und digitale Infrastruktur
Digitale Informationen, vernetzte Systeme und kooperative intelligente Verkehrssysteme bilden wichtige Grundlagen für automatisierte Mobilität. Dabei bleiben Datenschutz, Datensicherheit und Transparenz zentrale Anforderungen.
Ziel
Automatisierte Mobilität soll in Österreich sicher, nachhaltig und verantwortungsvoll weiterentwickelt werden. Sie soll Menschen unterstützen, den öffentlichen Verkehr stärken, neue Mobilitätsangebote ermöglichen und zur Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Wirtschafts- und Innovationsstandorts beitragen.
Seit dem Start der Initiative des Bundesministeriums „Automatisiertes Fahren“ 2016 wurden bislang folgende Maßnahmen umgesetzt:
Bisher umgesetzte Maßnahmen durch das Bundesministerium
- Mitarbeit an der Zusammenstellung eines Verzeichnisses genehmigter Fahrzeugfunktionen sowie Fahrassistenzsysteme und deren korrekter Anwendung für den sicheren Einsatz im Regelbetrieb ( smartrider.at).
- Analyse der Auswirkungen automatisierter Fahrzeuge auf die Netzverfügbarkeit sowie Festlegung des notwendigen Anpassungsbedarfs physischer und digitaler Infrastruktur sowie der damit verbundenen Verkehrsmanagementprozesse.
- Erstellung eines Leitfadens für eine innovative öffentliche Beschaffung von automatisierten Mobilitätslösungen.
- Durchführung von zahlreichen Dialogformaten zur Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern, um automatisierte Mobilität in all ihren Facetten zu diskutieren und eine ganzheitliche Perspektive zu gewährleisten.
- Durchführung von gezielten Umfragen zu Akzeptanz und Wissensstand sowie Erwartungshaltungen im Zusammenhang mit Fahrassistenzsystemen und neuen Fahrzeugtechnologien, um fundierte Grundlagen für zukünftige Schritte zu schaffen.
- Etablierung einer strategischen Allianz für automatisierte Mobilität („SAAM Austria“) als nationale Kooperationsplattform zur Unterstützung des Austauschs zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, öffentlicher Hand und weiteren relevanten Akteur:innen.
- Organisation von Dialog- und Abstimmungsformaten mit Bundesländern, Städten und Gemeinden, um die Rolle der öffentlichen Hand bei der Entwicklung und Einführung automatisierter Mobilität gemeinsam zu klären, Erkenntnisse zu teilen und ein abgestimmtes Vorgehen zu unterstützen.
- Erstellung eines Readiness-Frameworks, um Behörden sowie die öffentliche Hand bei der Vorbereitung automatisierter Mobilitätsanwendungen zu unterstützen und Anforderungen, Rahmenbedingungen sowie nächste Umsetzungsschritte strukturiert zu bewerten.
- Förderung von über 130 Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich automatisierter Mobilität, unter anderem zu Technologieentwicklung, Digitalisierung, Sicherheit, Infrastruktur, Sensorik, Simulation, Validierung, Verkehrsmanagement sowie grenzüberschreitender Zusammenarbeit.
- Aufbau und Inbetriebnahme von Leitprojekten in der automatisierten Personen- und Gütermobilität, darunter Projekte zur Erprobung selbstfahrender Shuttle-Lösungen sowie zur Analyse vernetzter und energieeffizienter Anwendungen im Güterverkehr.
- Etablierung und Weiterentwicklung von Testumgebungen für kooperative, vernetzte und automatisierte Mobilität, um neue Technologien unter realitätsnahen Bedingungen zu erproben, zu validieren und Erfahrungen für künftige Anwendungen zu sammeln.
- Förderung von Versuchsträgern (technischen Plattformen) mit offenen Schnittstellen zur gemeinsamen Nutzung durch unterschiedliche Akteur:innen sowie als Grundlage für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
- Stärkung des heimischen Kompetenzaufbaus durch praxisnahe Erprobung, gemeinsame Nutzung von Testinfrastruktur und die Vernetzung von Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand.
- Durchführung umfassender Wirkungsanalysen zur ganzheitlichen Betrachtung der Auswirkungen des automatisierten Fahrens auf Systemeffekte, Auswirkungen auf Beschäftigungen und Arbeitsplätze sowie Inklusion und Barrierefreiheit.
- Förderung des Aufbaus und Betriebs von Leitprojekten zur Integration und Skalierung vollautomatisierter Busse in den öffentlichen Verkehr sowie von vollautomatisierten Lösungen im Bereich der Gütermobilität.
- Gründung eines Gremiums zur Evaluierung von Testanträgen und Beratung des Bundesministeriums, bestehend aus Mitgliedern aus den Bereichen Verkehrsorganisation, Recht, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und öffentlicher Verwaltung.
- Regelmäßige Erhebung und Darstellung aktueller Aktivitäten im Bereich der automatisierten Mobilität in Form eines Monitoringberichts.
- Errichtung einer nationalen Kontaktstelle für automatisierte Mobilität in der AustriaTech.
- Schaffung rechtlicher Grundlagen für das Erproben automatisierter Fahrzeuge auf Straßen mit öffentlichem Verkehr auf Basis der Verordnung zum automatisierten Fahren („AutomatFahrV“) aus dem Jahr 2016.
- Novellierung des Kraftfahrgesetzes zur Ermöglichung der ferngesteuerten Erprobung automatisierter Arbeitsmaschinen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit unter 10 km/h.
- Regelmäßige Anpassungen bzw. Novellierung der „AutomatFahrV“ zur schrittweisen Erweiterung der Testmöglichkeiten zur Realisierung neuer Anwendungsfälle für einen kontrollierten Versuchsbetrieb.
- Legalisierung des Einsatzes ausgewählter Fahrassistenzsysteme unter gewissen Voraussetzungen, um für die Lenkerinnen und Lenker ein Mehr an Verkehrssicherheit, aber auch an Rechtssicherheit bei dem Einsatz dieser Systeme zu erzielen.
- Durchführung von Vorstudien zur rechtlichen und technischen Einführung von reglementierten Test- und Experimentierräumen („Sandboxes“) zum Testen und Erproben neuer Verkehrstechnologien im öffentlichen Raum.
- Beginn der Arbeiten an einem Rechtsrahmen für vollautomatisierte und fahrerlose Fahrzeuge, um künftig klare Voraussetzungen für den sicheren und geregelten Betrieb entsprechender Anwendungen auf Straßen mit öffentlichem Verkehr zu schaffen.
- Stärkung der wissenschaftlichen Kompetenz im Bereich automatisierter Mobilität durch den Aufbau von Stiftungsprofessuren, unter anderem zu nachhaltiger Transportlogistik sowie zu Digitalisierung und Automatisierung im Transportsystem.
- Unterstützung von Forschung, Lehre und Kompetenzaufbau an österreichischen Universitäten sowie Schaffung von Grundlagen für die Weiterentwicklung automatisierter Mobilität.
- Aufbau und Weiterentwicklung von Testumgebungen für automatisierte Mobilität in Österreich zur Unterstützung von praxisnahen Möglichkeiten, neue Technologien zu erproben, zu validieren und Erfahrungen für künftige Anwendungen zu sammeln.
- Aufbau und Betrieb einer Testumgebung („ALP.Lab“) mit Schwerpunkt auf automatisierten Fahrfunktionen, Fahrassistenzsystemen, Datenerfassung, Simulation und Validierung von Gesamtfahrzeugen.
- Aufbau und Betrieb einer Testumgebung („DigiTrans“) als Test- und Kompetenzzentrum mit Fokus auf automatisierte Mobilitätslösungen in der Personen- und Gütermobilität, insbesondere auf Nutz- und Sonderfahrzeuge, Logistik-Anwendungen sowie Hub-to-Hub-Verkehre.
- Aufbau von österreichischer Kompetenzen in der Bewertung, Prüfung und Weiterentwicklung moderner Fahrassistenz- und Sicherheitssysteme durch die Etablierung eines Euro-NCAP-Labors in Österreich.
- Neuausrichtung des österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms 2021–2030 unter Berücksichtigung zunehmender Automatisierung im Straßenverkehr und den sich daraus ergebenden Anforderungen an die Verkehrsteilnehmenden.
- Durchführung von spezifischen Studien zur Definition von verkehrssicherheitsrelevanten Schwerpunkten und Methodenentwicklung im Kontext Mensch-Maschine-Interaktion, um herauszufinden, (A) wie automatisierte Systeme und Menschen in unterschiedlichen Teilbereichen miteinander interagieren, (B) wie sich neue Fahrzeug- bzw. Designkonzepte im Bereich „öffentlicher Verkehr“ und „motorisierter Individualverkehr“ auf die Systemsicherheit und das Systemverständnis auswirken, (C) wie (neue) Qualitätsparameter, zukünftige Vertrauensgrundsätze und Ausbildungs- und Vermittlungskonzepte für künftige Aufgaben bei der Verkehrsteilnahme aussehen und (D) wie dahingehende Wertschöpfungspotenziale etabliert und gefestigt werden können.
Laufende Vertretung Österreichs auf internationaler Ebene unter anderem in:
- Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE)
- Cooperative, Connected and Automated Mobility (CCAM)
- States Representative Group (SRG)
- Large Scale Crossborder-Testbed Initiative der Europäischen Kommission
- High Level Meeting on Automated & Connected Mobility (HLM)
- PAVE Europe