Sicheres Radverkehrsnetz mit Bike & Ride-Erreichbarkeit 2025

Auswertung aus der Graphenintegrationsplattform (GIP) zum österreichweiten Radverkehrsnetz, zur bikeability sowie zur Bike & Ride-Erreichbarkeit im Jahr 2025.

Die Auswertung aus der GIP wurde 2023 erstmals für die Analyse des sicheren Radverkehrsnetzes durchgeführt. Als sichere Radinfrastruktur wurden in der Folge baulich getrennte Radwege, gemischte Rad- und Fußwege, Fahrradstraßen, Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen, Radüberfahrten Schulstraßen, Begegnungszonen, Spielstraßen und Straßen mit einer maximalen Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde (km/h), Radfahren in Fußgängerzonen sowie Fahrverbot ausgenommen Rad bis zu 50 km/h definiert.  Das erstellte Netz stellt eine Momentaufnahme der im GIP abgebildeten sicheren Infrastruktur dar.

Mit der vorliegenden Auswertung im Datenstand 2025 ist die Länge des sicheren Radverkehrsnetzes in Österreich von 14.724 km (2022) auf 20.428 km (2025) angestiegen. 

Tabelle: sicheres Radverkehrsnetz nach Bundesländern (Stand GIP 09/2025), Länge in Kilometern (km)
Verkehrsfläche Burgen-
land
Kärnten Salzburg Steier-
mark
Tirol Vor-
arlberg
Wien Summe
Radweg 69 6 87 118 35 38 35 7 186 581
Getrennter
Geh- und Radweg
6 27 44 10 12 1 3 0 43 146
Gemeinsamer
Geh- und Radweg
127 680 1.810 1.368 1.045 1.325 531 533 137 7.555
Fahrradstraße 14 10 33 5 5 2 1 34 13 117
Radfahrstreifen 1 1 20 12 25 13 7 66 27 172
Mehrzweckstreifen 18 15 44 41 28 6 26 45 74 298
Radüberfahrt 0 1 0 1 0 5 1 0 1 8
Begegnungszone 2 2 12 4 1 0 8 8 6 43
Wohnstraße 30 20 106 24 10 2 43 8 45 287
≤ 30 km/h 939 587 2.205 6 504 1.475 341 1.405 1.390 8.851
Fußgängerzone 1 6 13 6 10 7 12 7 13 75
Fahrverbot ausg.
Rad ≤ 50 km/h
26 15 137 248 104 109 807 157 251 1.855
Summe 1.235 1.381 4.525 1.843 1.790 3.012 1.815 2.274 1.855 20.428

Der Anstieg bei der Länge des sicheren Radverkehrsnetzes ist in erster Linie durch die verbesserte Datenqualität in der GIP und in zweiter Linie durch den Ausbau der Radinfrastruktur zu erklären. Die Radverkehrssicherheit hängt nicht nur von den gefahrenen Geschwindigkeiten, sondern auch von der Anzahl der Kraftfahrzeuge ab. Zur umfassenden Bewertung der Radverkehrssicherheit wäre daher noch eine flächendeckende Verkehrsstärke (Anzahl der Fahrzeuge) notwendig, welche österreichweit nicht vorliegt.

Karte mit Bundesländergrenzen, hervorghoben sind die Stadtregionen Rheintal, Wien, Graz, Zentralraum Oberösterreich und Stadt Salzburg mit einem sehr dichten Radverkehrsnetz. Erkennbar sind auch die – topographische bedingten – Täler im Alpenraum.
Österreichkarte mit dem sicheren Radverkehrsnetz 2025,  Foto: BMIMI

Bike & Ride-Erreichbarkeit zeigt Potential von Rad & Öffentlicher Verkehr (ÖV)

Es hat sich gezeigt, dass für eine verstärkte Nutzung des Fahrrades neben einer sicheren Infrastruktur auch die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln entscheidend ist. Nur so kann das Fahrrad flächendeckend eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr darstellen. Auf Basis der Daten des „Sicheren Radverkehrsnetzes“ wurden auch die Bike & Ride-Erreichbarkeit analysiert. Abhängig von der Häufigkeit des Öffentlichen Verkehrs an der Haltestelle und dem Rad beziehungsweise E-Bike Einzugsbereich, ergeben sich unterschiedliche Qualitäten der Erreichbarkeit. In weiterer Folge wurde untersucht, wie viele Personen und Arbeitsstätten in die einzelnen Klassen fallen. Dazu wurde die Bevölkerung mit Hauptwohnsitz in Österreich herangezogen.

Die Auswertung 2023 ergab, dass rund 40 Prozent (3,5 Millionen Personen) in eine der definierten Bike & Ride-Erreichbarkeitsklassen fallen. Das heißt, sie haben Zugang zum sicheren Radverkehrsnetz und erreichen in 10 Minuten mit dem Fahrrad (2,5 Kilometer) oder mit dem E-Bike (3,6 Kilometer) eine ÖV-Haltestelle. 2025 wurde zusätzlich der 15 Minuten Einzugsbereich mit dem E-Bike (5,5 Kilometer) ausgewertet. Da die Isochronenberechnungsmethode geändert wurde, erreichen 2025 in 10 Minuten mit dem E-Bike rund 60 Prozent (5,6 Millionen Personen) der Bevölkerung über das sichere Radverkehrsnetz eine Haltestelle der Kategorie A-F.

Tabelle: Am sicheren Radverkehrsnetz mit dem E-Bike erreichbare Bevölkerung nach Bike & Ride-Erreichbarkeitsklassen und Bundesländern.
Bundesland A B C D E F Summe
Burgenland 9.272 28.062 27.529 26.132 19.003 31.542 141.540
Kärnten 115.353 13.259 24.292 33.636 25.638 27.055 239.233
Niederösterreich 216.243 116.364 109.759 107.143 137.130 102.651 789.290
Oberösterreich 142.771 97.065 70.368 122.152 130.867 65.551 628.774
Salzburg 150.101 40.262 37.495 56.694 44.028 28.568 357.148
Steiermark 272.157 60.490 43.616 83.116 68.031 54.838 582.248
Tirol 119.397 36.793 44.141 89.780 105.037 78.717 473.865
Vorarlberg 168.071 9.489 91.548 45.655 32.061 19.840 366.664
Wien 1.963.771 26.616 9.830 2.961 845 1 2.004.024
Österreich 3.157.136 428.400 458.578 567.269 562.640 408.763 5.582.786
E-Bike-Einzugsbereich 2025, abhängig von der Bedienqualität an den Haltestellen. Die Abdeckung orientiert sich an den hochrangigen Bahnlinien in Österreich und weist beispielsweise im Waldviertel, Mühlviertel, Innviertel und in den Seitentälern im Alpenraum Lücken auf, Wien ist nahezu flächendeckend mit der besten Kategorie A versorgt.
Karte E-Bike & Ride sicheres Radverkehrsnetz A-F,  Foto: BMIMI

Tempo 30 im Ortsgebiet

Von den rund 87.000 Kilometer Straßennetz im Ortsgebiet haben derzeit rund 10% (rund 9.100 Kilometer) Tempo 30 (oder weniger). Da aber noch nicht in allen Bundesländern die Höchstgeschwindigkeit in der GIP eingetragen ist, dürfte der Anteil etwas höher sein.

Bikeability Index 2025

Erstmals wurde auch der Walkability-Index sowie der Bikeability-Index für das Fuß- und Radverkehrsnetz österreichweit berechnet. Dazu wurde der als Open Source verfügbare NetAScore-Index der Universität Salzburg verwendet, wobei ein Indexwert 0 bedeutet, dass Zu-Fuß-Gehen bzw. Radfahren in diesem Abschnitt wenig attraktiv ist, und ein Indexwert 1 hohe Attraktivität für das Gehen und Radfahren ausdrückt.

Große Bereiche des Siedlungsgebiets Enzesfeld/Lindabrunn sowie Leobersdorf im Rad-Einzugsbereich liegen, aber besonders in den Nebenstraßen fehlt das sichere Radverkehrsnetz, damit wird das hohe E-Bike-Potential am Park&Drive-Parkplatz Leobersdorf gut dargestellt.
Einzugsbereich Park & Drive Parkplatz Leobersdorf (A2),  Foto: BMIMI

Erreichbarkeit von Park & Drive-Parkplätzen

In der jährlichen Schwerpunktauswertung wurden 2025 für die Park & Drive-Parkplätze der Rad- und E-Bike-Einzugsbereich berechnet. Mit den Ergebnissen kann die bessere Anbindung an das sicher Radverkehrsnetz der Park & Drive-Parkplätzen zielgerichtet dort verbessert werden, wo das größten Potential zum 10 Minuten E-Bike-Einzugsbereich vorhanden ist.

Zielgerichtete Investitionen

Mit der Analyse des sicheren Rad- und Fußverkehrsnetzes sowie der Bike & Ride-Erreichbarkeit 2025 ist der weitere Ausbau von sicherer Infrastruktur zielgerichtet dort möglich, wo die größten Potential identifiziert wurden. Für Gemeinden ist vor allem die Einführung von Tempo 30 auf Nebenstraßen die kostengünstigste Möglichkeit um den Radverkehr zu fördern aber auch die Verkehrssicherheit für die Bewohnenden zu erhöhen.