Präsentation der Logistikstandortstrategie Gemeinsam die Zukunft der Logistik gestalten
Bundesminister Peter Hanke präsentierte gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnerschaft und öffentlicher Verwaltung die neue österreichische Logistikstandortstrategie.
Sie schafft einen gemeinsamen strategischen Rahmen für die Weiterentwicklung Österreichs als modernen, nachhaltigen und resilienten Logistikstandort. Mit der offiziellen Präsentation am 12. Juni 2026 zieht das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) Bilanz über einen kompakten, fünfmonatigen Erarbeitungsprozess und leitet gleichzeitig die nächste Phase ein: die konkrete Umsetzung.
„Logistik wird oft erst dann sichtbar, wenn sie nicht funktioniert. Tatsächlich hält sie Österreich jeden Tag in Bewegung – wirtschaftlich, gesellschaftlich und zunehmend auch sicherheitspolitisch. Eine leistungsfähige Logistik ist die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen produzieren, Geschäfte beliefert werden und die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist“, betonte Bundesminister Peter Hanke.
Die Logistik- und Verkehrswirtschaft gilt als einer der zentralen, oft unterschätzten Hebel für den Wirtschaftsstandort – sie erwirtschaftet direkt rund 18,7 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und trägt damit etwa vier Prozent zur gesamtösterreichischen Wirtschaftsleistung bei. Mehr als 233.000 Menschen sind unmittelbar im Transport- und Verkehrssektor beschäftigt, in logistiknahen Bereichen insgesamt sogar über 400.000 Personen. Gleichzeitig sind mehr als 42.000 Unternehmen in der Verkehrswirtschaft tätig, davon über 95 Prozent kleine und mittlere Unternehmen. Die Branche verbindet Industrie, Handel und Konsumentinnen und Konsumenten, hält Lieferketten am Laufen und sorgt dafür, dass Produkte überhaupt in der richtigen Qualität und Quantität dort angekommen, wo sie gebraucht werden.
Zur Entstehung der Logistikstandortstrategie
Im Fokus stehen drei Entwicklungen, die die Branche aktuell besonders prägen: der zunehmende Fachkräftemangel, die digitale Transformation sowie der Druck hin resilienten Wertschöpfungsnetzwerken. Die Strategie selbst wurde in einem breit angelegten, transparenten Beteiligungsprozess entwickelt. Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialpartnerschaft und Verwaltung wurden kontaktiert und brachten mehr als 1.300 Vorschläge ein. Diese wurden gebündelt, verdichtet und in zehn Themenfelder gegliedert, von Ausbildung und Innovation bis zu Digitalisierung, Raumentwicklung und Sicherheit.
„Der Prozess war bewusst kompakt, aber offen angelegt. Entscheidend war, die Perspektiven der Branche direkt in die Strategie einfließen zu lassen“, so Bundesminister Peter Hanke.
100 Maßnahmen für den Logistikstandort Österreich
100 prioritäre Maßnahmenvorschläge wurden identifiziert, darunter etwa die Modernisierung logistischer Lehrberufe, bessere Rahmenbedingungen für die verladende Wirtschaft sowie Pilotprojekte für E-Ladeinfrastruktur im Schwerverkehr. Darüber hinaus soll eine bundesweit digitale und maschinenlesbare Erfassung von Fahrverboten geschaffen werden, ein Arbeitsmarktmonitor inkl. Fachkräftebedarfsanalyse, die soziale Infrastruktur für LKW-Fahrer:innen ausgebaut und ein Innovationscluster, der in Kooperation mit FHs, Universitäten und Unternehmen die Vernetzung von Logistiklaboren ermöglichen soll.
Nach der Präsentation folgt die Umsetzung
Mit der Präsentation am 12. Juni startet auch die nächste Phase: Die Umsetzung soll schrittweise, kontinuierlich und gemeinsam mit der Branche, mit Sozialpartnern, der Verwaltung und Interessensvertretungen erfolgen, begleitet von Koordinations- und Monitoringstrukturen. Ziel ist es, Fortschritte nachvollziehbar zu machen und Maßnahmen nicht nur zu planen, sondern tatsächlich in die Praxis zu bringen.
Offene Fragen bleiben dabei weiterhin Teil des Prozesses, insbesondere dort, wo unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Diese sollen nicht ausgeblendet, sondern im weiteren Umsetzungsverlauf aktiv aufgegriffen und kooperativ bearbeitet werden bis ein gemeinsamer Konsens erzielt werden kann. Damit versteht sich die Strategie weniger als Abschlussbericht, sondern vielmehr als Ausgangspunkt für eine länger angelegte Weiterentwicklung des Logistikstandorts Österreich.
„Unser Anspruch ist klar: Österreich soll nicht nur Transitland sein, sondern zu den leistungsfähigsten, nachhaltigsten und innovativsten Logistikstandorten Europas gehören. Die heute vorgestellte Strategie ist kein Endpunkt, sondern der Beginn eines dauerhaften Umsetzungsprozesses. Gemeinsam mit Wirtschaft, Ländern, Sozialpartnern, Forschung und Bildungseinrichtungen werden wir die Zukunft des Logistikstandortes aktiv gestalten“, erklärte Hanke abschließend.