360 Millionen Euro für Salzburg Mobilitätspaket stärkt Bahn, Straße und Innovation
Massive Infrastrukturinvestitionen bauen Wirtschafts- und Tourismusstandort Salzburg aus.
Mit einem Investitionsvolumen von rund 360 Millionen Euro im Jahr 2026 setzen der Bund sowie die beiden Infrastrukturunternehmen ÖBB und ASFINAG ein starkes Zeichen für eine moderne, leistungsfähige und klimafitte Mobilität in Salzburg. Beide Unternehmen tragen jeweils rund 50 Prozent des Investitionsvolumens. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Salzburg präsentierte Mobilitätsminister Peter Hanke gemeinsam mit Landeshauptfrau Karoline Edtstadler sowie ÖBB und ASFINAG zentrale Eckpunkte des Infrastrukturprogramms. Die Investitionen kommen direkt bei den Menschen in der Region an und stärken gleichzeitig Wirtschaft, Tourismus und den Standort Österreich insgesamt.
Mobilitätsminister Peter Hanke: „Mit 360 Millionen Euro für Salzburg setzen wir ein klares Signal: Wir investieren gleichzeitig in eine starke Bahn, eine sichere und moderne Straßeninfrastruktur und in intelligente Verkehrssteuerung. Moderne Mobilitätspolitik bedeutet nicht nur bauen, sondern vor allem klug steuern, digitalisieren und partnerschaftlich zusammenarbeiten. So schaffen wir bessere Verbindungen für die Menschen, stärken Wirtschaft und Tourismus und sichern die Lebensqualität in einer der zentralen Regionen Europas.“
Moderne Infrastruktur für ein Land im Herzen Europas
Salzburg liegt im Zentrum Europas und ist ein bedeutender Knotenpunkt im Nord-Süd- und Ost-West-Verkehr. Eine leistungsfähige Infrastruktur ist daher Grundvoraussetzung, um den hohen Anforderungen an Mobilität, Sicherheit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Das Mobilitätspaket verfolgt einen integrierten Ansatz: Zielgerichtete Investitionen in den öffentlichen Verkehr, zukunftsfitte Straßeninfrastruktur sowie intelligente Verkehrssteuerung sorgen gemeinsam für bessere Mobilität, weniger Staus und eine Entlastung der Anrainergemeinden.
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler: „Verkehr ist ein Thema, das uns alle betrifft: Ob im Auto auf der Straße, im Zug, oder im Bus. Mein Zugang ist deshalb, dass hier ohne ideologische Scheuklappen die beste Lösung zählt. Das 360 Millionen Euro schwere Mobilitätspaket verbessert daher die Infrastruktur für Bahn und Autos für die Salzburgerinnen und Salzburger. Das nützt allen Verkehrsteilnehmern, das nützt der Bauwirtschaft in Salzburg und das nützt vor allem unserem Wirtschaftsstandort nachhaltig. Denn eine leistungsfähige Wirtschaft gibt es nur mit einer modernen Verkehrsinfrastruktur.“
Schwerpunkt Bahn: Modernisierung und mehr Komfort
Die ÖBB setzen 2026 ihre Modernisierungsoffensive in Salzburg konsequent fort. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in zeitgemäße Bahnhöfe sowie umfassende Service- und Instandhaltungsmaßnahmen an Strecken, Brücken und Tunneln.
„Mit den Reinvestitions- und Attraktivierungsmaßnahmen im ganzen Bundesland machen wir die Bahn fit für die Mobilität der Zukunft. Bahnfahrer:innen profitieren von modernen Bahnhöfen, einer zuverlässigen Schienen-Infrastruktur und modernster Sicherungstechnik“, sagt ÖBB-Infrastruktur AG Vorständin Judith Engel.
Mit dem Umbau des Bahnhofs Straßwalchen startet ein wichtiges Projekt im Norden des Bundeslandes. Bereits im Sommer beginnen vorbereitende Arbeiten, im September erfolgt der Spatenstich für die Hauptbaumaßnahmen. Bis Ende 2028 entsteht ein moderner Bahnhof mit Personendurchgang, witterungsgeschützten Wartebereichen direkt am Bahnsteig und zeitgemäßen Informationssystemen. Der Umbau schafft zudem die Voraussetzungen für ein verbessertes Nahverkehrsangebot im Flachgau. Auch der Güterverkehr wird gestärkt: Ein durchgehend befahrbares Ladegleis erleichtert künftig die Verlagerung von Transporten auf die umweltfreundliche Schiene.
Modernisierung von Brücken, Strecken und Sicherungstechnik im Bahnbereich
Ein weiterer Schwerpunkt bei der Bahn liegt auf der inneralpinen Strecke von Schwarzach-St. Veit Richtung Wörgl. Ab Dezember 2026 wird die neue Haltestelle Gries im Pinzgau mehr Komfort für Reisende bringen. Zwei neue Bahnsteige ermöglichen einen barrierefreien, stufenlosen Einstieg in den Zug und bieten beste Voraussetzungen für einen attraktiven Nahverkehr. Fußgänger:innen und Radfahrer:innen profitieren einem neuen Personendurchgang zum sicheren Queren von Bahn und Straße.
Nach zweijähriger Bauzeit wird im Mai 2026 die zweite Salzachbrücke in Eschenau für den Verkehr freigegeben. Die bestehende Brücke war fast 120 Jahre in Betrieb und hatte das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Neue Widerlager und moderne Brückenteile sorgen künftig für mehr Sicherheit und höheren Reisekomfort. Zusätzlich wird die Salzachbrücke in Unterbruck neu errichtet, die Arbeiten werden mit den Arbeiten für die neue Haltestelle Gries gebündelt. Der Bahnhof Schwarzach-St. Veit erhält die modernste Sicherungstechnik. Dort wird im Oktober ein neues elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen.
Intelligente Straßeninfrastruktur: Multimodales Transitmanagement auf der A10
Im Bereich der Straßeninfrastruktur setzt die ASFINAG verstärkt auf Digitalisierung und intelligente Steuerung. Ein zentrales Innovationsprojekt ist das neue multimodale Transitmanagement auf der Tauern Autobahn A10. Rund 40 Millionen Euro werden in dieses digital gestützte Pilotmodell investiert.
„Im Rahmen unseres Multifunktionalen Transitmanagements für die A 10 werden rechtzeitig vor dem Sommer erste Maßnahmen greifen. Das sind umfassende Informationsservices sowie Tempolimits, Überwachung und Dosierungsmaßnahmen an Anschlussstellen für besseren Verkehrsfluss im Reise- und Transitverkehr. In den Jahren 2026 bis 2031 werden wir mehr als eine Milliarde Euro in das Salzburger Autobahnnetz investieren. Neben dem Transitmanagement liegt der Fokus dabei auf sicheren Tunnels, die für das Funktionieren der „Lebensader“ A 10 essenziell sind“, sagt ASFINAG‑Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl.
Moderne Überkopfanzeigen, hochentwickelte Verkehrstechnik und eine dichte Sensorik ermöglichen eine dynamische Verkehrssteuerung in Echtzeit. Ziel ist es, vorhandene Kapazitäten optimal zu nutzen, Verkehrsflüsse zu verbessern und Staus zu reduzieren. Das Modell ist grundsätzlich auch auf andere hochbelastete Strecken übertragbar, erfordert jedoch jeweils maßgeschneiderte Lösungen. Besonderes Augenmerk liegt auf der engen Abstimmung mit Deutschland, um grenzüberschreitende Effekte zu berücksichtigen. Gemeinsam mit dem Land Salzburg verfolgt der Bund das Ziel, Ausweichverkehr zu reduzieren und Anrainergemeinden spürbar zu entlasten.
Größtes Sanierungsprojekt: Tauern- und Katschbergtunnel
Mit der Generalerneuerung des Tauern- und Katschbergtunnels startet die ASFINAG das größte Sanierungsprojekt ihrer Geschichte. Die beiden rund 50 Jahre alten Tunnelanlagen umfassen insgesamt 25 Kilometer Tunnelstrecke in vier Röhren. Das Investitionsvolumen beträgt über 700 Millionen Euro. Geplant ist, dass ab 2027 der Baustellenbereich für rund sechs Jahre einspurig geführt wird. Um die Auswirkungen auf den Reiseverkehr möglichst gering zu halten, wird während der Sommerreisewellen besonderes Augenmerk auf ein angepasstes Baustellenmanagement gelegt, sodass in diesen Zeiten zwei Spuren zur Verfügung stehen. Gerade weil es sich um eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Österreichs handelt, ist eine enge Abstimmung zwischen ÖBB und ASFINAG essenziell. Ziel ist es, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene leistungsfähige Alternativen und stabile Verkehrsabläufe sicherzustellen.