Kollision Zug 97209 mit Zug 61004 GZ 2024-0.555.442
im Bahnhof Linz Verschubbahnhof Ost
Im ÖBB Linz Verschiebebahnhof Ost kollidierte am 23. August 2017, um 11:49 Uhr, der von Wien Westbahnhof kommende, als Abnahmefahrt verkehrende, Zug 97209 der WESTbahn Management GmbH mit dem aus Eisenerz kommenden, mit Erz beladenen, Güterzug Zug 61004 der CargoServ. Beide Züge waren auf der Fahrt in die Anschlussbahn Voest. Für Zug 61004 gab es eine signalmäßig taugliche Zugstraße über die Weiche 204. Für Zug 97209 gab es eine signalmäßig taugliche Zugstraße vom Schutzsignal „SCH 391“ bis „SCH 396“. Zug 97209 passierte das „Fahrverbot“ zeigende Schutzsignal „SCH 396“ und kollidierte auf der Weiche 204 mit dem Güterzug. Der Triebfahrzeugführer des Zuges 97209 leitete bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h die Schnellbremsung ein. Zug 61004 war zum Zeitpunkt der Kollision mit circa 35 km/h untwerwegs.
Bei dem Vorfall wurde der Triebfahrzeugführer des Zuges 97209 schwer verletzt. Des Weiteren wurden vier Personen im Zug 97209 leicht verletzt. Der Sachschaden an den Fahrzeugen wurde mit 8.856.690 Euro angeben. Der Schaden an der Infrastruktur wurde mit 285.308 Euro beziffert.
Unfallursächlich war die Signalüberfahrung durch Zug 97209 über das Schutzsignal „SCH396“, sowie, dass die Zugsicherung für den Gefahrenpunkt (Grenzmarke Weiche 204) ohnehin zu spät beziehungsweise gar nicht greift. Beitragend war die eingeschränkte Sicht vom Standort des „SCH 391“ auf das Signal „SCH 396“ aufgrund des Kontrasts zum dahinterstehenden massiven Betonfahrleitungsmastes (Ausrichtung Lichtpunkt).
Generell ist eine zu geringe mündliche Kommunikation zwischen Fahrdienstleiter und Triebfahrzeugführer (im vorliegenden Fall nicht gemäß den genehmigten Regelwerken gefordert) systemimmanent.
Abschlussbericht „Kollision Zug 97209 mit Zug 61004“ (PDF, 3 MB)
erstellt am 24. September 2024