Entgleisung in der Betriebsstelle Schwechat GZ 2021-0.849.403

durch verklemmten Hemmschuh

Am Dienstag, den 18. April 2017, wurde eine gezogene Verschubfahrt von Groß-Schwechat Gleis 507 nach Klein-Schwechat Gleis 305 durchgeführt. Im Zuge der Verschubvorbereitung wurde ein Hemmschuh, welcher als Sicherungsmittel verwendet wurde, nicht entfernt. Der Hemmschuh lag unter der dritten Achse des ersten Wagens (33 84 7933 151 – 8) auf der in Fahrtrichtung rechten Seite. In weiterer Folge wurde der nicht entfernte Hemmschuh, im Zuge der Verschubfahrt von Kilometer 12,500 bis Kilometer 12,266 mitgeschliffen, wo sich dieser im Herzstück der Weiche 203 verkeilte. Der Hemmschuh wurde in seiner verkeilten Position von der dritten Achse des ersten Wagens und den restlichen 65 Achsen der Verschubfahrt überstiegen. In weiterer Folge sind im regulären Betrieb die Züge Zug 698, Zug 9046 und Zug 24598 über den Hemmschuh gefahren. Daher ist von einer Verschub- und drei Zugentgleisungen auszugehen. Die Triebfahrzeugführung des Zuges 24598 meldete der Fahrdienstleitung eine Unregelmäßigkeit im Bereich der Weiche 205. Daraufhin verständigte die Fahrdienstleitung einen:eine Mitarbeiter:in der Streckenmanagement- und Anlagenentwicklung des Infrastrukturbetreibers welche:r im Zuge der Besichtigung den verkeilten Hemmschuh im Weichenherz der Weiche 203 entdeckte.

Durch das Mitschleifen und anschließende Verkeilen des Hemmschuhs wurde die Infrastruktur leicht beschädigt. Dabei entstand ein Schaden der durch Fachpersonal behoben wurde. Seitens des Infrastrukturbetreibers wurde angegeben, dass kein monetärer Schaden an der Weiche entstanden ist. Das anschließende ungewollte Übersteigen des Hemmschuhs durch die Verschubfahrt mit 66 Achsen (ausgehende Zugleistung für Zug 47860) und den Zügen Zug 698, Zug 9046 und Zug 24598 mit jeweils allen Achsen, führte zu fahrzeugseitigen Sachschäden in Höhe von 520.000 Euro. Der entstandene Sachschaden wird im Punkt 3.3 „Schäden an Fahrzeugen und Ladegut“ aufgeschlüsselt. Es wurden keine Personen verletzt oder getötet.

Die mangelhafte Verschubvorbereitung führte dazu, dass ein Hemmschuh unter der dritten Achse des ersten Wagens (33 84 7933 151 – 8) der Verschubfahrt in der in Fahrtrichtung rechten Seite, nicht entfernt wurde. Im weiteren Verlauf der Verschubbewegung wurde dieser mitgeschliffen und verkeilte sich im Weichenherz der Weiche 203.

Die Verschubleitung Multifunktional entfernte einen Hemmschuh und öffnete eine Handbremse bevor das Triebfahrzeug angekuppelt war. Des Weiteren war die Kommunikation hinsichtlich der Sicherungsmittel zwischen der Verschubleitung Multifunktional und der Verschubleitung nicht ausreichend. Die oben angeführten Faktoren und die nicht ordnungsgemäße Durchführung der Verschubvorbereitung durch die Verschubleitung begünstigten diesen Vorfall.