Entgleisung des Zuges 46676 GZ BMVIT-795.204-II/BAV/UUB/SCH/2010

Arlbergstrecke zwischen Bahnhof Hintergasse und Bahnhof Braz

Am 16. Juni 2010 um 3:07 Uhr entgleiste der aus dem Triebfahrzeug 1116 173-4 und 16 beladenen Autotransportwagen bestehende Zug 46676 während der Fahrt zwischen Bahnhof Hintergasse und Bahnhof Braz auf der Arlbergstrecke (863 Tonnen Gesamtzuggewicht, 548 Meter Gesamtzuglänge, 16 Wagen, beladen mit 208 Neuwagen, PKW).

Ursache war das Lösen des Sicherungsseils der Bremskupplung zwischen den Wagenteilen des ersten Wagens. Dadurch hing die Bremskupplung nach unten durch und schlug gegen im Gleis gelagerte Altschienen. Durch das Anschlagen wurde die Bremskupplung vom Luftschlauch des vorderen Wagenteils abgezogen. Die Bremskupplung samt Luftschlauch des hinteren Wagenteils wurde durch die Dynamik gegen das Untergestell des nachlaufenden Wagenteils geschleudert und hatte sich dabei derart in der Unterkonstruktion verkeilt, dass der Luftschlauch abgeknickt und ein Ausströmen der Bremsluft im nachfolgenden Zugteil (15 ½ Wagen) verhindert wurde. Die ungebremsten 15 ½ Wagen im Zugverband bewirkten durch das Gefälle von bis zu 35 ‰ eine stetige Zunahme der Geschwindigkeit. Bei einer Geschwindigkeit von circa 125 km/h entgleisten einzelne Zugteile in den Bögen vor dem Bahnhof Braz. Das Triebfahrzeug und 13 Wagen stürzten dabei von der Bahntrasse und kamen zum Teil in unmittelbarer Nähe der Wohnhäuser im Gemeindegebiet von Braz zum Liegen. Das Ladegut (PKW) wurde dabei in der Umgebung verstreut.

Es wurden keine Personen getötet. Der Triebfahrzeugführer wurde schwer verletzt.

Es entstand hoher Sachschaden an Fahrzeugen, Ladegut (PKW), Infrastruktur und erhebliche Flurschäden. Bei den umgestürzten Fahrzeugen kam es zum Austritt von Betriebsstoffen (Trafoöl des Triebfahrzeugs und Tankinhalt der verladenen PKW).