Mosquito GZ BMVIT-85.253/0001-IV/SUB/ZLF/2018
am Flugplatz Reutte-Höfen, Tirol
Der Pilot ist um circa 13:30 Uhr mit Hilfe der Winde gestartet. Von anderen Pilotenkollegen hat er nach der Bruchlandung erfahren, dass das Schließen der Plexiglashaube sehr schwergängig war. Laut seiner Angabe hat er den sicheren Verschluss der Haube durch einen Gegendruck mit der Hand kontrolliert und gesehen, dass sie verschlossen ist. Der anschließende Windenstart brachte ihn auf geschätzte 180 Meter Höhe über Grund. Ungefähr bei 2/3 der Windenstarthöhe hörte er einen „Knacks“ und die Haube öffnete sich leicht (4-5 Zentimeter). Da er die linke Hand beim Start nicht brauchte, hat er damit die Haube festgehalten beziehungsweise in dieser leicht geöffneten Position fixiert.
Direkt nach dem Ausklinken des Windenseiles entschloss er sich zu einer sofortigen Landung, teilte dies per Funk dem Flugplatz mit und drehte mit einer Rechtskurve in den Gegenanflug, um in die korrekte Landerichtung aus dem Lechtal zu kommen. Ungefähr über einer Firma, die circa 1.000 Meter vom Flugplatz entfernt lag, hatte er in einer Höhe von circa 40-50 Metern schon eingedreht und war in gerader Linie im Endteil des Landeanfluges. Bis dahin hatte er die Haube wieder so weit geschlossen, dass er die linke Hand von der Haube nehmen konnte, um die Landeklappen zu setzen.
Da sich nach dem Loslassen die Haube wieder leicht öffnete (bei circa 15-20 Metern Flughöhe), hat er reflexartig mit der freien, linken Hand wieder danach gegriffen. Sekundenbruchteile später muss er im weiteren Sinkflugverlauf das Querruder nach rechts verrissen und dadurch mit der rechten Tragfläche den Wiesengrund berührt haben. Nach dieser Tragflächenberührung schlug er auch mit dem Flugzeugrumpf kräftig auf der Wiese auf und rollte mit geschätzten 90 Kilometer pro Stunde (km/h) auf die Wegböschung zu.
Der Pilot wurde schwer verletzt. Am Luftfahrzeug entstand Totalschaden.
Wahrscheinliche Ursachen waren die Ablenkung des Piloten durch die geöffnete Haube, reflexartiger Griff auf die Haube, das Verreißen des Querruders nach rechts und die Berührung der rechten Tragfläche mit dem Wiesengrund.
Abschlussbericht „Mosquito“ (PDF, 1 MB)
erstellt am 16. August 2018