Cirrus SR22T GZ 2021-0.025.985
am Knappenbühelweg, Gemeinde Fischhorn, Salzburg
Am 21. Dezember 2019 um 11:46 Uhr startete der Pilot/Halter mit seinem Luftfahrzeug Cirrus SR22T von seinem Heimatflugplatz Bonn/Hangelar (EDKB). Mit an Bord waren seine zwei minderjährigen Töchter als Passagiere. Das Ziel war der Flugplatz Zell am See (LOWZ), Salzburg, Österreich. Der Flug wurde plangemäß nach Sichtflugregeln gestartet um kurz nach dem Start als Flug nach Instrumentenflugregeln fortgesetzt zu werden. Um Zell am See anfliegen zu können wurde das publizierte Wolkendurchstoßverfahren geflogen. Nach dem Fehlanflugpunkt wurde der Anflug nach Sichtflugregeln fortgesetzt. Der Pilot flog südlich am Flugplatz Zell am See in östlicher Richtung vorbei und kollidierte mit seinem Luftfahrzeug um 13:47 Uhr mit aufsteigendem bewaldetem Terrain.
Eine Passagierin wurde schwer, der Pilot und die zweite Passagierin tödlich verletzt. Das Luftfahrzeug wurde zerstört. Es wurden einige Nadelbäume entwipfelt, Baumstämme beziehungsweise -rinden wurden beschädigt, austretender Treibstoff drang in den Waldboden ein, geringer Flurschaden am Waldboden.
Als wahrscheinliche Faktoren des Unfalls werden der Einflug oder die Fortsetzung des Fluges nach dem Fehlanflugpunkt (Missed Approach Point) in Instrumentenflug-Wetterbedingungen (IMC), Orientierungsverlust, subjektiver auferlegter, psychologischer Druck das Ziel wegen des geplanten Aufenthalts während der Weihnachtsfeiertage ohne Verzögerung zu erreichen (im Englischen auch bekannt als: Get-There-Itis), das Verlassen auf ein technisch bestens ausgerüstetes Luftfahrzeug und damit verbundene technische Möglichkeiten zur Automation/Navigation und die Fehlinterpretation der Automation: „Mode Confusion“ bzw. „Automation Overreliance“ angegeben.
Abschlussbericht „Cirrus SR22T“ (PDF, 6 MB)
erstellt am 15. April 2022