Aerospatiale AS350B GZ 2020-0.701.771
am Flugfeld Wolfsberg, Kärnten
Der Unfall ereignete sich am Flugfeld Wolfsberg beim Tanken für einen Passagierflug nach Italien am 20. Juli 2018, um circa 6:33 Uhr. Während der/die Piloti:n versuchte, den Hubschrauber im Schwebeflug zu stabilisieren, rollte der Hubschrauber um seine Längsachse nach rechts und berührte mit den Hauptrotorblättern den Boden der unbefestigten Bewegungsfläche östlich des Tankplatzes. Nach dem Hauptrotoreinschlag am Boden gierte der Hubschrauber um seine Hochachse nach links und kam in entgegengesetzter Richtung auf den Kufen südöstlich der Flugplatztankstelle zum Stillstand.
Das Luftfahrzeug wurde erheblich beschädigt. Am Unfallort entstand Flurschaden durch den Austritt von Betriebsstoffen des Hubschraubers. Das kontaminierte Erdreich wurde nach Bergung des Hubschraubers ausgehoben und von einem konzessionierten Entsorgungsfachbetrieb entsorgt. Der/die Pilot:in erlitt beim Verlassen des Hubschraubers eine Rissquetschwunde am rechten Schienbein.
Als wahrscheinliche Ursachen sind der Verlust der lateralen Kontrolle während des Schwebefluges im Bodeneffekt (HIGE), sowie übermäßige Steuereingaben, von der Flugbesatzung angeregte Schwingungen um die Hubschrauberlängsachse (PIO), fehlende Korrekturmaßnahmen zur Beendigung der PIO, eine Nähe von Hindernissen und Bildung von Luftwirbeln im Bodeneffekt (IGE).
Abschlussbericht „Aerospatiale AS350B“ (PDF, 18 MB)
erstellt am 15. Dezember 2020