Bell 407  GZ 2023-0.430.450

am Flughafen Salzburg, A-5020, Bundesland Salzburg

Am Hubschrauber waren im Rahmen einer periodisch vorgeschriebenen Kontrolle durch einen in Nürnberg ansässigen JAR-145-Instandhaltungsbetrieb u.a. Instandhaltungsmaßnahmen am Gestänge der Heckrotorsteuerung durchgeführt worden. Im Anschluss daran waren am 3. Mai 2001 Werkstattflüge im Ausmaß von 0:25 Stunden durchgeführt worden. Die Freigabe des Hubschraubers (Release to Service) erfolgte am 4. Mai 2001.

Der Pilot hatte vom Luftfahrzeughalter den Auftrag, den Hubschrauber am 7. Mai 2001 von Nürnberg nach Zell am See zu überstellen. Aufgrund der Witterung musste er den Ausweichflugplatz Salzburg anfliegen. Der Flug wurde als Sichtflug durchgeführt.

Nach circa 1:20 Stunden Flugzeit befand sich der Hubschrauber im Endanflug auf Piste 16. Das Anschneiden des Landekurses (simulierter ILS-Anflug) erfolgte von rechts. In ca. 50 m Höhe über Grund bei einer angezeigten Fluggeschwindigkeit von circa 90 KIAS stellte der Pilot bei Erhöhung der Triebwerksleistung eine nachlassende Wirkung der Heckrotorsteuerung fest (unvollständiger Drehmomentausgleich). Gleichzeitig leuchtete eine gelbe Warnanzeige auf, die vom Piloten jedoch nicht mehr identifiziert werden konnte.

Der Pilot reduzierte die Fluggeschwindigkeit auf unter 50 KIAS, ohne dass die grüne Leuchtanzeige „Engage“ erlosch und die Deaktivierung der Pedalwegbegrenzung „Pedal Restrictor Control System“ anzeigte (Wegbegrenzung des linken Pedals in Abhängigkeit von der Fluggeschwindigkeit). Der Pilot betätigte den „Emergency Pedal Stop Release“ per Hand, ohne dass die grüne Leuchtanzeige „Engage“ erlosch.
Nach Überfliegen der Pistenschwelle 16 änderte der Pilot die Flugrichtung nach rechts zum Rollweg LIMA und reduzierte die Fluggeschwindigkeit auf circa 10 KIAS. Als er versuchte über dem Rollweg LIMA in den Schwebeflug überzugehen, begann der Hubschrauber unkontrolliert nach rechts zu gieren (linksdrehendes Hauptrotorsystem). Die Drehgeschwindigkeit um die Hochachse nahm stetig zu. Dem Piloten gelang es trotz bis zum Anschlag ausgetretenem linken Pedal nicht, die Drehung zu beenden, weshalb er eine Notlandung durch Reduzieren der Triebwerksleistung zwecks Drehmomententlastung einleitete. In der Folge setzte der Hubschrauber nach eineinhalb vollen Drehungen um die Hochachse zwischen Rollweg LIMA und Flughafenumzäunung im Gras hart auf.

Hinweis

Die gegenständliche Untersuchung wurde mit einem vereinfachten Untersuchungsbericht gemäß § 11 Absatz 4  Flugunfall-Untersuchungs-Gesetzes FlUG (RIS) abgeschlossen.