Agusta A119  GZ 2023-0.145.984

cira 50 Meter südwestlich der Bergstation Velilleckbahn, Gemeinde Ischgl, A-6561, Bundesland Tirol

Am 24. Februar 2001 flog der Pilot im Rahmen von Lawinensprengarbeiten mit dem Hubschrauber des Typs Agusta A119 Koala insgesamt 4 Stunden und 31 Minuten und anschließend einen Rettungseinsatz von der Bodenalpe im Schigebiet Ischgl zum Krankenhaus Zams und retour.

Um 15:54 Uhr wurde der Hubschrauber von der Leitstelle (Pistenrettung Idalpe) zu einem neuerlichen Rettungseinsatz zur Bergstation der Velilleckbahn bei der Abfahrt Nr. 4 im Schigebiet Ischgl gerufen. Der Pilot steuerte die Maschine, in der noch der Flugretter und der Notarzt saßen, in Richtung Bergstation. Zu diesem Zeitpunkt herrschten diffuses Licht, leichter Schneefall und annähernd Windstille. Der Pistenretter wollte den herannahenden Hubschrauber auf einem Schiweg in der Nähe der Bergstation der Velilleckbahn einweisen.

Da dem Piloten und dem Flugretter der Landeplatz als ungeeignet erschien, wies der Flugretter den Pistenretter über Funk an, weiter in Richtung Bergstation zu gehen und dort die Einweisung vorzunehmen. Eine Landung ohne Einweiser war aufgrund des lockeren Neuschnees und der fehlenden Anhaltspunkte (Referenzen) nicht möglich. Der Pilot drehte den Hubschrauber nach links über die Bergstation der Velilleckbahn ab und flog einen Bogen, ehe er erneut zum Landen ansetzte. Zu diesem Zeitpunkt war der Einweiser noch auf dem Weg zu dem ihm angeordneten Platz. Der Pilot steuerte den Hubschrauber in Richtung Landeplatz und ging in den Schwebeflug über, um auf die Einweisung zu warten. Während des Schwebeflugs in Bodennähe wirbelte es plötzlich durch den Downwash derart viel Neuschnee auf, dass der Pilot jegliche Anhaltspunkte und Flugsicht verlor (sogenannter „White out“). Da er die Gefährlichkeit der Situation erkannte, wollte er sich mit einer Rechtsdrehung aus der Situation retten. Dabei streifte der Hauptrotor einen südwestlich der Einweisestelle befindlichen Hangrücken und stürzte ab. Der Hubschrauber schlug mit den Landekufen im tiefen Neuschnee auf dem abfallenden Hang auf und kippte dabei nach links talseitig um.

Durch den Absturz wurden der Flugretter und der Pilot leicht verletzt. Der Notarzt blieb unverletzt. Am Hubschrauber entstand Totalschaden.

Hinweis

Die gegenständliche Untersuchung wurde mit einem vereinfachten Untersuchungsbericht gemäß § 11 Absatz 4  Flugunfall-Untersuchungs-Gesetzes FlUG (RIS) abgeschlossen.