Band 90: SEED – Safe E-Scooter Driving VSF-Forschungsarbeit
Zunehmende Verkaufs- und Unfallzahlen in Zusammenhang mit der Nutzung von E-Scootern rufen europaweit Fachexpert:innen aus Unfallverhütung, Verkehrsplanung und Medizin auf den Plan. Die Modellwelt unterschiedlichster Hersteller in Zusammenhang mit steigenden Zahlen in Nutzung und Angebot an Leihfahrzeugen im Sharing-Betrieb in vielen Städten und den damit verbundenen teilweise sehr unterschiedlichen Geräteeigenschaften liefern Nährboden für Unfälle und Konflikte, ausgelöst durch unerfahrene Benutzer:innen und unberechenbare Fahrmanöver.
Das Projekt SEED entwickelte neben grundlegenden Aussagen zu Handlungsempfehlungen ein standardisiertes Verfahren zur Erhebung, Simulation und Auswertung von Konflikten, Fahrdynamikdaten und Verbesserungen von E-Scooter-Mobilität. Dazu wurden neben Fahrversuchen in kontrollierten Umgebungen in einem Parcours und nachgelagerten Manöverfahrten auch Erhebungen von Fahrverhalten im öffentlichen Raum unter strenger Berücksichtigung der geltenden Datenschutzbestimmungen durchgeführt. Diese Datenquellen wurden genutzt, um eine Simulationsumgebung zu verwirklichen, die neben unterschiedlichen Fahrmanövern auch Nutzer:innen berücksichtigt und so realistische Daten zu Fahrdynamik und Grenzwerten in diesem Bereich als Ergebnis liefert.
Ein sehr wichtiger Bereich dieses Projekts waren die Erhebungen und Befragungen im Expert:innenbereich, die sowohl aus Unfallforschung als auch -behandlung kamen. Diese Expert:innen waren sich mit grundlegenden Meinungen sehr einig: E-Scooter seien ein sehr urbanes Problem und das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung werde oftmals vernachlässigt, ebenso wie die eigentlichen Benützungsvorschriften der E-Scooter-Sharinganbieter und -hersteller.
Das Projekt kommt zu dem Schluss, dass ein fundamentales Informationsdefizit bei Nutzer:innen dieser neuen Mobilitätsform vorherrscht, welchem neben Gesetzgebung auch durch Informationskampagnen entgegengewirkt werden muss. Ausbildung und Training an den einzelnen Fahrzeugen sind ebenso wichtig und müssen gemeinsam mit Informationen zu persönlicher Schutzausrüstung von Herstellern, Gesetzgebung und Verleihanbietern getrieben werden. Das Projekt liefert zu diesen Vorhaben notwendige Datenquellen, Trainingsumgebungen und Analysen.